
Gulda: "Ich bin verrückt!"
Der Wanderer
Friedrich Gulda 1981
Ein Portrait von János Darvas
Erstsendung:
WDR 17. Oktober 1981
Redaktion: Manfred Gräter
Friedrich Gulda gehört zur Gattung der Unvernünftigen, an deren Aussterben
die Welt krankt. Wer geglaubt hatte, seit seiner Abkehr von Bach, Mozart und
Beethoven, seit seinen glücklosen Versuchen mit Jazz und freier Musik, seit
seinem Rückzug aus dem etablierten Konzertbetrieb sei es mit diesem genialen
Exzentriker künstlerisch endgültig vorbei, der hat sich gründlich getäuscht.
Seit dem Frühjahr 1981 ist Gulda wieder auf der musikalischen Szene und
fasziniert erneut durch geniales Klavierspiel und verblüffende Aktionen. Er
vermag einen Zyklus sämtlicher Mozart-Sonaten zu spielen, der für Jahre
künstlerische Maßstäbe setzen dürfte, fühlt sich aber zur selben Zeit auch
berufen, im 'Opus Anders' mit seiner Lebensgefährtin splitternackt vor den
Kameras herumzuhüpfen, ins Krummhorn zu stoßen und lauthals 'Ich bin
verrückt' zu schreien. Von den Stationen, die der 'Wanderer' Friedrich Gulda
auf dem Wege zwischen diesen Extremen durcheilt, berichtet das Portrait von
János Darvas. (WDR)

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